Das war die erste Tagung der WADD Austria!
Dual Disorders - Wenn Sucht und psychische Erkrankungen zusammentreffen
Am 26. Februar 2026 fand die Fachtagung „Dual Disorders - Wenn Sucht und weitere psychische Erkrankungen zusammentreffen“ als erste Veranstaltung der WADD Austria statt und markiert einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung dieses Versorgungs- und Forschungsansatzes in Österreich.
Organisiert wurde die Tagung von pro mente OÖ als Veranstalter in Kooperation mit dem Kepler Universitätsklinikum, der JKU Linz sowie der WADD auf Initiative von Jan Rosenleitner und Isabella Fuchs-Leitner, die sich für die wissenschaftliche Leitung und die Zusammenstellung des Programms verantwortlich zeichnen. Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen sowohl vor Ort am MED Campus I der JKU Linz als auch online an der Veranstaltung teil.
Praxis, Wissenschaft und internationale Expertise
Die Fachtagung stand für einen interdisziplinären Dialog zwischen den Bereichen Psychiatrie, Suchtmedizin, Psychotherapie, Psychologie, Sozialarbeit, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen und unterstrich die Bedeutung integrierter, patientenzentrierter Behandlungsmodelle bei Dual Disorders. Das wissenschaftliche Programm brachte führende Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen und widmete sich zentralen Aspekten von Suchterkrankungen und komorbiden Störungen.
Im Mittelpunkt standen theoretische und klinische Konzepte zur Komorbidität bei Abhängigkeitserkrankungen sowie deren Beziehung zu weiteren psychiatrischen Störungsbildern wie Psychose, ADHS, Depression und traumaassoziierten Erkrankungen. Beiträge zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Versorgungsansätzen wurden präsentiert von Oliver Scheibenbogen, Arkadiusz Komorowski, Jan Conradi, Annett Lotzin und Michael Silly.
Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag von Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, der die aktuellen Entwicklungen der deutschen AWMF-S3-Leitlinie zur komorbiden Psychose und Substanzgebrauchsstörung vorstellte und evidenzbasierte Empfehlungen für eine integrierte Versorgung hervorhob.
Vernetzung im deutschsprachigen Raum
Neben wissenschaftlichem Austausch versteht sich die Tagung auch als Plattform für Kooperation und Vernetzung im gesamten deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, evidenzbasierte Erkenntnisse stärker in die klinische Praxis zu bringen und innovative, patientenzentrierte Behandlungsansätze zu fördern. Die österreichische WADD-Community setzt sich weiterhin dafür ein, den integrativen Dual-Disorders-Ansatz in Forschung, Ausbildung und Versorgung nachhaltig zu stärken.
Gruppenbild (v.l.n.r.): Oliver Scheibenbogen, Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Jan Conradi, Annett Lotzin, Arkadiusz Komorowski, Isabella Fuchs-Leitner, Michael Silly, Jan Rosenleitner, Kurosch Yazdi-Zorn.
Impressionen von der 1. Fachtagung Dual Disorders der WADD Austria am 26. Februar 2026
(Fotos © pro mente OÖ/Simlinger)